

Pressespiegel
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2009
SPIEGEL-ONLINE
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Der Elefantenflüsterer
Von Thilo Thielke, Mae Sapok
Im Norden Thailands erfüllt sich ein Tierpfleger aus Thüringen seinen Traum: ein Leben unter Elefanten. Mittlerweile hat Bodo Förster eine ganze Herde beisammen und bildet Tierfans ganz in der Nähe der Touristenhochburg Chiang Mai zu Mahouts aus.
Ach, Elephas maximus! Was waren das noch für Zeiten, gerade einmal etwas mehr als einhundert Jahre ist es her, als Ernst von Hesse-Wartegg, der Reisende aus dem Abendland, beeindruckt notieren konnte, "die ausgedehnten Urwälder und Dschungel am Menamstrom und seinen Nebenflüssen" wimmelten "von Elefanten, die in Herden bis zu mehreren Hunderten vorkommen", "neben den größten, mit gewaltigen Stoßzähnen bewaffneten grauen Elefanten" will der österreichische Reiseschriftsteller sogar "die berühmten weißen Elefanten" erblickt habe.Er habe "kolossale Tiere" erspäht, berichtete der Geheime Hofrat 1899, schwärmte von "wilden Dickhäutern" und "königlichen Elefanten" und freute sich, wie gut es ihnen im Vergleich zu den Brüdern und Schwestern in Ostafrika oder Indien gehe - "weil die Buddhisten nicht nur das Leben der Elefanten, sondern überhaupt aller Tiere heilig halten". Rund 100.000 "kolossale Tiere" sollen damals Siam bevölkert haben, ein Land, das gerne "Reich des weißen Elefanten genannt wurde". Und heute? Bonjour Tristesse! Weniger als dreitausend der "gewaltigen Tiere" sollen in Thailand noch in freier Wildbahn unterwegs sein und ungefähr genauso viele in Gefangenschaft: geknechtet, vermarktet, ausgebeutet. Eine geschundene Kreatur, die unter dem Gejohle aufgekratzter Touristen gegen Fußbälle treten und zu ohrenbetäubender Musik herumhampeln muss, schwitzende Fremdlinge durch die Gegend schleppt oder als Bettelelefant traurig übers Großstadtpflaster trottet. Kein Wunder, dass die Elefantenpopulation jedes Jahr um drei Prozent sinkt. In 14 Jahren, so die Prognose, gibt es in Thailand keine dieser stolzen Tiere mehr.
Elefantenführerschein als Marketinggag
"Das muss nicht sein", sagt Bodo Förster, 47. Der Deutsche ist in Thailand so etwas wie der Elefantenflüsterer, er lebt seit 2001 im Land, in einem Ort namens Mae Sapok, irgendwo im Norden, eine Autostunde von Chiang Mai entfernt; "am Ende der Welt", wie er sagt. Förster jedenfalls freut sich regelmäßig über Elefantennachwuchs, über "Kälber ohne Ende". Sieben Babyelefanten hat er schon in seiner Herde, das achte kommt bald. Daneben kümmert er sich um neun ausgewachsene Tiere. "Verwirklichung eines Traums" nennt er das, und Menschen wie sich nennt er "Elefantenleute". Förster hat sich sein kleines Paradies geschaffen. Mitten im Wald, neben einem romantischen Wildbach, in den ein Wasserfall hinunterstürzt, errichtete er eines seiner beiden Elefantencamps. Hier leben die Mahouts, die Elefantenboys, und die Tiere können durch das Dickicht streifen. Und ein paar Kilometer entfernt steht Försters Lodge mit ihren drei Gästezimmern. Da bereitet Förster (Sandalen, blaue Schlabberhose, Pferdeschwanz und weißes T-Shirt) seine Touristen auf ihre heikle Mission vor. Die Fremden, die meisten aus Deutschland, sollen bei Bodo Förster nämlich den Umgang mit den Rüsseltieren lernen. Tagsüber dürfen sie die Elefanten reiten, füttern, streicheln, führen, was des Tierliebhabers Herz begehrt - bis die zähesten unter ihnen dann den "Elefantenführerschein" mitnehmen dürfen. Der "Elefantenführerschein" ist Försters Marketinggag. Man bekommt ihn, wenn man das 14-Tage-Spezialprogramm mitmacht, es kostet 1650 Euro pro Person.
Försters Konzept, Tourismus mit Tierschutz zu verbinden, funktioniert hervorragend. Offensichtlich fühlt sich nicht nur "das Viehzeug" (Förster) wohl, auch die Gäste kommen wieder. 600 wissbegierige Gäste hat er bereits durch seine Camps geschleust. 20 Prozent seien Wiederholungstäter, sagt der Unternehmer ("Elephant Special Tours"), Arbeitgeber von mittlerweile 30 Mitarbeitern. Für den Dezember hat sich sogar eine 85-jährige Dame angekündigt. "Elefantenleute sind eben verrückt", sagt Förster und schließt sich selbstredend mit ein. Schließlich frönt er seiner Obsession seit mittlerweile bald 25 Jahren.
Emigration ins Land der Rüsseltiere
Alles begann 1985. Förster war damals 23, ein "angry young man", wie er selbst sagt, aber unglücklicherweise lebte er in einem Land, das sich im Würgegriff älterer Herren befand, die Polyesterhemden trugen und graue Anzüge und überhaupt keinen Sinn für zornige junge Männer hatten. Zwischen Bodo und der DDR bahnte sich ein ernstzunehmender Konflikt an, und wenn sich nicht ein wohlmeinender Freund eingeschaltet hätte, wäre es wohl übel ausgegangen für den Elefantenflüsterer in spe - für Bodo Förster aus Saalfeld in Thüringen. Der Freund riet zu einer Lehre im Tierpark Friedrichsfelde in Ostberlin. Zur Emigration ins Land der Rüsseltiere. Abtauchen zwischen den grauen Riesen, Demut lernen, Gelassenheit üben. Für jemanden, der neben einem Vertreter aus der Familie der Elephantidae steht, bis zu drei Meter hoch und fünf Tonnen schwer, wird auch das Politbüro ganz klein - so das Kalkül. Und so kam es auch. "Bodo wurde zahm im Zoo", sagt Förster. Und er wurde ein Elefantenfreak. Neun Jahre diente Bodo Förster in Friedrichsfelde den Elefanten. In der Zwischenzeit fiel die Mauer, der Genosse Erich Honecker türmte nach Chile, in den Supermärkten gab es Bananen satt. Und Förster machte sich auf den Trip nach Fernost, nach Thailand und Burma, Laos und Vietnam, das Handwerk der Mahouts zu erlernen, jener legendären Elefantenführer, die die Kunst beherrschen, die tonnenschweren Tiere nach Belieben zu lenken. Das wollte Förster auch. Und was sprach noch dagegen? Er konnte reisen, er war jetzt frei, es gab keine Grenzen, keine Hindernisse mehr auf dem Weg zur Erfüllung des großen Traums.
In Lampang, im Norden Thailands, ließ sich der Tierpfleger zum Mahout ausbilden. Und das just zu einer Zeit, da in Thailand eine jahrhundertealte Tradition zu Ende ging. Mit dem Verbot des Holzeinschlags Ende der achtziger Jahre, wurden auch die Arbeitselefanten überflüssig. Aus einer würdevollen Kreatur, die für schwere Arbeit benötigt und dementsprechend gepflegt wurde, wurde ein Zirkustier.
Es begann mit einer Kuh
Förster wurde Zeuge vom Niedergang des asiatischen Elefanten. Und da fasste er einen Entschluss. Er wollte in Thailand bleiben und seine eigene Elefantenlodge aufbauen. Er wollte den Menschen den Respekt vor dem Elefanten beibringen. Er wollte den Elefanten ein würdevolles Leben ermöglichen. Und natürlich wollte er auch von etwas leben. Mit einem thailändischen Kompagnon baute er seine eigene Firma auf, Startkapital 5000 Euro. Irgendwann kaufte er seinen ersten eigenen Elefanten, die mittlerweile 50-jährige Kuh Mae Gaeo, und mietete einige andere Tiere mitsamt ihren Mahouts dazu. Dann kamen die ersten Kälber. Aus einem Camp wurden zwei. Gerade hat sich Förster seinen zweiten eigenen Elefanten zugelegt. Er sitzt jetzt inmitten einer ganzen Herde am nahen Wasserfall. Die Tiere prusten und tröten und spritzen mit Wasser, dass es eine rechte Freude ist.
Förster sieht glücklich aus. Er sagt: "Das hier ist mein Traum. "
RADIO HR3
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Der etwas andere Führerschein
Führerscheine für Autos, Motorräder und sogar LKW kann jeder machen - aber einen Führerschein für Elefanten nicht! Warum Bianca Horna aus Bad Homburg trotzdem einen hat, das hat sie in "hr3 - pop&weck" erzählt...
Würden Sie vermuten, dass ausgerechnet in Bad Homburg jemand einen Elefantenführerschein hat? Vermutlich nicht. Bianca Horna hat trotzdem einen und den hat sie natürlich nicht in Bad Homburg gemacht: Um ab sofort mit einem Elefanten zum Einkaufen "fahren" zu dürfen, musste Bianca nach Thailand reisen, wo auch normale Touristen im Rahmen eines 14-tägigen Kurses beigebracht bekommen, wie man einen ausgewachsenen Elefanten mit den Füßen oder einem Stock mit einem stumpfen Haken durch die Gegend manövriert. Natürlich bekommt man dazu vor Ort ein "Fahrzeug" gestellt: Im Falle von Bianca hieß ihr "Übungsgerät" "Mae Geo" und war eine 22-jährige Elefantenkuh.
Bevor Bianca mit Mae Geo durch Thailand reisen durfte, musste sich das Tier erstmal an Biancas Stimme gewöhnen. Was man dem Tier dabei erzählt ist ziemlich egal, solange es die Stimme hört. Ein Elefant stört sich also nicht daran, wenn man über etwas so banales wie das Wetter redet. Nach dem Kennenlernen ging es dann aber gleich ans Eingemachte: Ab auf den Elefanten und losgeritten. Eine Anschnallpflicht gibt es übrigens nicht, stattdessen kann man sich an einem Gurt festhalten. Und auch der Fahrkomfort kann nicht mit einem durchschnittlichen PKW mithalten: Der Fahrer sitzt im Nacken des Elefanten und wird gerne mal ordentlich durchgeschüttelt. Aber haben Sie schonmal versucht, Ihr Auto mit Handzeichen dazu zu bringen um eine Kurve zu fahren oder es mit einem Stück Bambus dazu zu bringen sich vorwärts zu bewegen? Da ist der Elefantenfahrer klar im Vorteil!
Wieso man als Elefantenfahrer kein Deo benutzen sollte, ob man auch mit einem Elefanten rückwärts einparken kann und wie so eine Fahrprüfung beim Elefantenführerschein aussieht, das erfahren Sie links in unserem Audio, denn Bianca war in "hr3 - pop&weck" zu Gast und hat Tobi und Nathalie all diese Fragen und noch viele mehr beantwortet.
HR3 vom 07.10.2009
SPIEGEL-ONLINE & FOCUS-ONLINE
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SPIEGEL ONLINE
FOCUS ONLINE
Im Camp zum Elefantenführerschein
Ein Fan von Elefanten ist Bianca Horna schon lange, jetzt hat die hessische Unternehmensberaterin bei einem Kurs in Thailand den Dickhäuter-Führerschein gemacht. In besonderen Camps lernen Touristen, auf Elefanten zu reiten und mit ihnen richtig umzugehen.
Chiang Mai - "Kwe, kwe!" - "Zurück!" Mit diesem Ruf und mit Fußsteuerung von ihrem Sitzkorb aus versucht Bianca Horna, den Dickhäuter von der Bambusstaude wegzulocken und zum Weitertrotten zu ermuntern. Die Frankfurter Unternehmensberaterin und die thailändische Elefantendame - sie scheinen sich gut zu verstehen. "Mae Geo 3", 22 Jahre alt und etwa im 19. Monat schwanger, schiebt sich noch sachte eine Bambusstange samt Blättern ins Maul und wackelt mit den Ohren. Dann setzt sie sich nach einem lauten "Hu, hu!" - "Vorwärts!" wieder gemächlich in Bewegung.
Bianca Horna wohnt in Bad Homburg und arbeitet im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen bei einer Management-Beratung. Heute hat die Urlauberin den letzten Reit- und Ausbildungstag ihres 14-tägigen Kurses im Elefanten-Camp von Mae Sapok. Das Dorf liegt im Norden Thailands in den Bergen, eine Autostunde von Chiang Mai entfernt.
Der Mahout von "Mae Geo" und Betreuer von Bianca ist Doe, 25. Einen solchen Führer hat jeder der acht Elefanten in den zwei Camps am Dschungelrand. Die Mahouts sind rund um die Uhr bei den Tieren und schlafen neben ihnen im Wald. Für die Ausbildung der von Bianca Horna ist Dieter Schramm aus Innsbruck verantwortlich. Der 47-Jährige leitet das kleinere der beiden Camps von Elephant Special Tours.
Um Chiang Mai gibt es viele Elefantencamps, meist für Tagestouristen, die ein paar Fotos machen, eine Stunde reiten und dann Adieu sagen. In Schramms Camp stehen Lernen und Erleben bis zum "Elefantenführerschein" im Vordergrund. Es geht nicht nur um Elefanten, sondern auch die Balance der fragilen Natur sowie Traditionen, Anbau und Leben der Bergvölker wie Karen und Hmong. "Und auch die Elefanten lernen, vor allem "Mae Geo 3", sagt Horna. "Am ersten Tag musste ich mich meinem Tier mit dem Mahout sehr langsam nähern, viel reden, damit die Elefanten meinen Geruch und meine Stimme kennenlernen."
Dicke Haut, aber empfindliche Ohren und Augen
Der Thüringer Bodo Förster, 46, und der Thailänder Mahn Tsetung haben das Unternehmen aufgebaut, sind auch die Inhaber. Förster war lange Zeit Elefantenpfleger im Tierpark Friedrichsfelde in Ost-Berlin. Wie Förster ist auch die Touristin aus Hessen schon sehr lange eingefleischte Fans der massigen Tiere; bei Bianca Horna sind sie aus Porzellan und Stoff in der Homburger Wohnung. Doch nach einem ersten Elefantenritt 2004 im Süden Thailands und dem Kursus 2009 zählt sie inzwischen zu den Experten unter Touristen.
Horna steigt nun ohne menschliche Hilfe über Schädel und Nacken auf den Elefanten. Die schwere Dame beugt sich und gibt so gekonnt Hilfestellung. Der Ritt führt abwärts durch Schlamm und über große Kiesel in einen kleinen Fluss. Die Deutsche reitet jetzt ohne Korb, sitzt auf dem Nacken von "Mae Geo". Das Stöckchen mit stumpfen Haken zum Antreiben setzt sie möglichst behutsam ein. Die Tiere haben eine dicke Haut und Schädeldecke, aber Ohren und Augenpartie sind sehr empfindlich.
"Mae Geo" liegt nun im flachen Flüsschen, bekommt noch ein paar Eimer voller Wasser über ihren Körper geschüttet. "Nur ein Mal bin ich richtig nass geworden. Da wollte ich im Fluss dem Tier beim Absteigen nicht auf den Bauch treten", erzählt die Touristin. Ihr Mahout klärte sie dann auch, dass auch schwangere Elefantendamen sehr robust sind.
"Von Frankfurt fliege ich gern in ferne Länder. Nach Mallorca kann ich immer noch, wenn ich älter und nicht mehr so fit bin", sagt Horna. "In diesen zwei Wochen habe ich mir einen Traum erfüllt." Sie ist gerührt, als ihr Schramm die Kursurkunde überreicht. Die Mahouts klatschen, und Doe ist stolz auf seine Schülerin.
Von Bernd Kubisch, dpa
SPIEGEL-ONLINE vom 04.10.2009
FOCUS-ONLINE vom 06.10.2009
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