Elefanten in Thailand, hautnah. Erfüllen Sie sich einen Traum vom Abenteuer: Reiten, satteln, baden...das größte Landsäugetier so intensiv wie nie.
Erleben Sie einen unvergesslichen Urlaub und reisen Sie zu den Dickhäutern. Machen Sie Ihren Elefantenführerschein bei uns.
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am besten aber alles so schreiben wie es auf der Seite dargestellt werden soll
Beispiel 2 (Textfluß um Bild)
< src=bilder/bodo.jpg align=right vspace=10 hspace=10 border=1>
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Beispiel 3 (normales Bild)
bla< src=bilder/bodo.jpg> bla bla
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Ü = & u u m l ; ü = & u u m l ;
Ö = & O u m l ; ö = & o u m l ;
ß = & s z l i g ;
DIE WELT
Zum Originalartikel
von Martina Miethig
Einfach elefantastisch!
Eine Woche auf einem Dickhäuter durch den Regenwald Nordthailands schaukeln - und die Welt ist wieder in Ordnung.
Kaum trampelt das drollige Baby auf meine Schlafsackrolle, da muss es mal. Nicht weiter schlimm? Von wegen! Denn "Baby Namenlos" ist ein 200 Kilogramm schweres Elefantenkalb und sein Urinstrahl ein kleiner Sturzbach. So ist das eben, wenn 14 Elefantenführer (Mahouts) und sechs Touristen mit acht Dickhäutern einen 150 Kilometer langen Treck durch Dschungel und Nebelwald um den Doi Inthanon machen, Thailands höchsten Berg. Jenseits der Zivilisation darf man nicht zimperlich sein - und muss eine quasi elefantendicke Haut haben. Doch das Ergebnis ist unvergesslich.
Das sieht auch Bodo Förster so. Den Tierpfleger hat es vor fast 20 Jahren das erste Mal vom Ost-Berliner Tierpark nach Nordthailand verschlagen, wo er heute mit seinem Elefanten-Camp versucht, seinen Beitrag gegen das Aussterben der grauen Riesen zu leisten: "Die Touristen sind die einzige Rettung für die asiatischen Elefanten", sagt er. Denn die Dickhäuter werden heute kaum mehr gebraucht. Als Tiere für die Waldarbeit sind sie arbeitslos, seit der Raubbau an den Wäldern in Thailand vor 20 Jahren verboten wurde. Nicht selten werden sie erschossen, weil sie Felder verwüsten oder in Bangkok als "bettelnde" Almosengänger zwischen Hitze, Beton und Abgasen irgendwann Amok laufen. Heute leben in Thailand etwa 2400 domestizierte Elefanten, die meisten in Touristen-Camps, die Zahl der wilden Exemplare wird auf maximal 2000 geschätzt. Tendenz: fallend. Und so fragt sich sicherlich nicht nur Bodo Förster: "Ob meine Enkel noch Elefanten in der Natur erleben werden?" Die Touristen, die jetzt eine Woche lang "ihren" Elefanten waschen, satteln und auf dessen Nacken durch den Bergwald reiten wollen, haben noch dieses Glück. Und los gehts!
Die "Vertrauensprobe" am ersten Tag: Wir sitzen eng gedrängt auf der Erde und sind umzingelt von den größten Landsäugetieren. Beine dick wie Baumstämme. Imponierende Stoßzähne haarscharf über uns. Ohren wedeln, Sand rieselt auf uns herab. Sechs Rüssel schlenkern hin und her, schnuppern am Menschenohr, betasten den Ausschnitt. "Baby Namenlos" zwängt sich ungestüm durch die Beine seiner Mutter. Hatte Bodo nicht vorhin gewarnt? "Vorsicht, der rennt euch glatt um beim Spielen", sagte er. Tja, jetzt sitze ich in Augenhöhe vor dem "Kleinen", der ja nur spielen will. Diese Nähe zu den Giganten - ein bisschen mulmig ist mir schon.
Aber das ist ja nur ein Baby! Was soll ich denn erst der für mich bestimmten Elefantenkuh beim ersten Rendezvous ins Riesenohr flüstern? Die 18-jährige Mae Kham Noi hat eine runzlige Nase mit Haaren, borstige graue Haut, Wimpern wie ein Schrubber, Löcher in den Ohren, und ihre 2,5 Tonnen Gewicht sind etwas aus der Form geraten, weil sie seit einem Jahr trächtig ist. Nach zehn Minuten gehen mir die Schmeichelworte aus. Praktikantin Tilli hat einen guten Tipp: "Ich hab meiner einfach mein Auto aufgeschwatzt", sagt sie und lacht.
Geruch und Stimme sind wichtig beim Elefanten-Führerschein. Einige Regeln: kein Parfüm oder Deo, nicht ins Maul oder an die Rüsselspitze fassen, so niedlich rosa-herzförmig das neugierige Tentakel mit dem kleinen Greiffinger auch aussieht, um Dinge zu erkunden und damit zu hantieren, ob Baumstamm, Banane oder Malerpinsel. Unerlässlich wie zu Hause das Lenkrad ist dabei der bei Elefantenfreunden verhasste Eisenhaken. Aber erst einmal hinaufkommen! Mein Aufsitzen ist ein wenig eleganter Bocksprung auf die Stirn des knienden Elefanten, den Rest erledigt Mae Kham Noi, indem sie den Kopf hebt. Oder Bodo und sein Mahout Sin Chai, indem sie kräftig an mir schieben. Absteigen ist dagegen viel leichter: "Cheló!" (Kopf runter!) und anschließend über den Rüssel hinabrutschen.
Und "Hua" heißt: "Los gehts!" Nur: Mae Kham Noi will nicht, entweder vernascht sie gerade den halben Baum, oder sie hat ein wichtiges Geschäft zu verrichten - oder beides. Nach zwei Tagen bin ich heiser. Auch wenn "Baby Namenlos" bei Mutti trinkt, kommt es zum Stau - Glück gehabt, wer jetzt nicht mit dem Kopf in drei Metern Waldhöhe in einem Spinnennetz mit Bewohnern ungeahnten Ausmaßes verharren muss.
Und erst dieser Bodo Förster. Der ist eine echte Type, der viel besser in die thailändischen Berge und zu seinen "Viechern" passt als in einen Porzellanladen. Selbst ein Koloss mit durchdringendem Organ, trompetet der 46-Jährige seine Gäste auch schon mal im Feldwebel-Ton an: "IHR müsst die Kommandos geben, IHR seid sechs Tage allein mit dem Elefanten. Mann, wir sind doch hier nicht im Karnickelzuchtverein!" Recht hat er. Mit Gabis Kommunikationsversuchen von Mensch zu Jumbo "Ach Mäuschen, nun lauf doch mal" - läuft hier gar nichts. Zu verlockend baumeln die frischen, grünen Bambuszweige und Äste im Weg, so viele leckere Blätter, Wurzeln und Baumrinden. So ein Treck ist für unsere Reittiere wie ein Bummel durchs Schlaraffenland oder die Gourmet-Etage im KaDeWe nach einer Diät.
"Kwä" (zurück!). "Kwäää... Kwäääääää!" Ich kann rufen, brüllen, betteln oder versuchen, mich als Elefantenflüsterin einzuschmeicheln. Mit dem Eisenhaken am Ohr "lenken", streicheln oder zuhauen, mit Fußstoß oder Kniedruck, mit Po- und Hüftschwenken, das jeden Salsatänzer begeistern würde. Null Reaktion. Mae Kham Noi ist ein Dickschädel, stur und verfressen, steckt ihren Rüssel sogar einmal in unseren Kochtopf. Die Giganten müssen am Tag rund 200 Kilogramm vertilgen, sie sind "Dauerfresser". Endlich: Meine Elefantenkuh schlendert mit tonnenschwerer Eleganz zentimetergenau entlang des gerölligen Abhangs (was Günther hinter mir zu der Bemerkung veranlasst: "Wenn die ins Rutschen kommen!"), malmt an ihrem mitgeschleiften Ast und meistert trittsicher anstrengende Steigungen von 40 Grad. Der Elefanten-Treck - ein Schnecken-Marathon! Zu Fuß wären wir zweifellos schneller - aber um unzählige Eindrücke ärmer.
Der Elefantennarr Förster hat seinen Traum verwirklicht und macht nun die Träume anderer wahr, darunter Ärztinnen und Manager. Manche sind schon zum zweiten oder dritten Mal dabei, wie Michelle, frisch gekündigt von ihrer Bank und dennoch hier - oder gerade deswegen! Die 56-jährige Uschi ist von Kindheit an verzückt von den sanften Riesen. "Nun wird es langsam Zeit, einige Träume im Leben zu realisieren", sagt sie.
Das ist kein Urlaub, hatte Bodo Förster gewarnt. Dazu sind die Erlebnisse zu wenig komfortabel: So werden wir mehrmals täglich direkt aus dem Rüssel mit einer roten Staub- und Lehmschicht geduscht ("Sandbaden" sagen die Fachleute). Beim Flussbad muss man mitten durch allerlei elefantöse Hinterlassenschaften schwimmen. Noch im Schlafsack schwankt der Boden wie hoch oben auf dem Elefanten - auch ohne "Happy Water", dem Reisschnaps, bei der Lagerfeuer-Runde. Und beim Aufstehen um fünf Uhr morgens ist es düster, feucht und kalt - mein innerer Schweinehund läge jetzt viel lieber mit einem Mojito am Karibik-Strand. Muskelkater an ungeahnten Stellen, Kratzer überall, Sand zwischen den Zähnen. Wer kein Elefanten-Fanatiker ist, hat hier nichts zu lachen. Dazu tun mir Knie und Hintern weh, ich laufe eine Weile als Schlusslicht der Karawane. Und wenn Dickhäuter unter Flatulenz leiden, also pupsen müssen, dann hört sich das an, als würde mitten im Urwald ein Porsche mit sattem Bollern angelassen. "Üble Winde" lautet fortan der Warnruf für das Fußvolk. Und aufgepasst, wenn ein Elefant auf Toilette muss - bei den Dimensionen wundert man sich, dass der Waldboden nicht bebt. Unbequemlichkeiten, an die man sich aber gewöhnt.
Nach einigen Tagen muss auch ich mich nicht mehr an Mae Kham Nois Ohren festkrallen. Die schaukelnde Fortbewegung ist wunderbar geeignet zum Meditieren - wären da nicht die dornigen Lianen und Äste. Nur wenn ein Pick-up auf der Piste entgegenkommt, dann zeigt auch die ausgeglichene Mae Kham Noi mal Temperament, stellt die Ohren auf und trompetet kurz. Bald vertraute Geräusche, die ich zu Hause sicherlich vermissen werde: "Baby Namenlos" quietscht ab und zu, ein vibrierendes Brummen aus dem Leib von Mae Kham Noi bedeutet, dass sie Selbstgespräche führt (oder mit ihrem Baby im Bauch?). Sin Chai, unser Troubadour, klimpert dazu auf der Gitarre. Und die Touristen? Michelle trägt irgendwann ein seliges Dauerlächeln, Uschi schmettert Belafonte-Lieder - und ich habe meine Elefantenkuh längst lieb gewonnen. Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde? Von wegen.
SAT1 - Fernsehen
Auf dem Dickhäuter durch den Dschungel
Haben Sie sich im vergangenen Urlaub nicht auch ab und an gefragt: Hier ist es so schön, hier würde ich gerne wohnen? Wie der Deutsche Bodo Förster. Der erfüllt Touristen in Thailand abenteuerliche Urlauberträume!
Zum Beitrag des Fernsehsenders
neues für die Frau
Willkommen in der Elefanten-Fahrschule
Echt tierisch: Bei einem Thüringer in Thailand können Touristen den „Elefanten-Führerschein“ machen. Ein Blick in das ungewöhnliche Dickhäuter-Camp...
Sanfte Riesen, weiche Ohren – in unseren Tierparks zählen Elefanten zu den beliebtesten Attraktionen. So verlor auch Bodo Förster (46) einst sein Herz an die Dickhäuter – der gebürtige Thüringer war jahrelang Pfleger im Ostberliner Zoo Friedrichsfelde. Heute ist er einer der fachkundigsten Elefantenführer in Asien.
„Knapp ein Jahr nach dem Mauerfall reiste ich zum ersten Mal nach Thailand – um den vom Aussterben bedrohten Elefanten zu helfen“, erzählt Bodo. Am Rande des Nationalparks „Doi Inthanon“ im Norden Thailands baute er mit einem Partner zwei „Dumbo“-Camps auf – und reitet heute mit Touristen durch den Dschungel, zeigt ihnen Natur, die Kultur der Bergvölker und das Leben mit den großen Tieren. Besinders beliebt: Bei einem 14-tägigen Kurs kann man bei Bodo den „Elefanten-Führerschein“ machen.
Sanfter Tourismus hilft Tieren und Menschen
„Schon als Elefantenpfleger in Berlin habe ich von der Begegnung mit den Tieren in der Natur geträumt“, sagt Bodo Förster. Von den „Mahouts“, wie die Elefantenführer beim Bergvolk der Karen heißen, lernte er das Handwerk. Zu einem Zeitpunkt, als in Thailand eine uralte Tradition zu Ende ging: Mit dem Verbot des Holzeinschlags wurden auch die Elefanten überflüssig. Förster: „Aus einer würdevollen Kreatur wurde ein Zirkustier.“ In seinem Camp will er den Gästen Respekt vor den drei Tonnen schweren Tieren beibringen – und den Elefanten ein würdevolles Leben ermöglichen.
Acht ausgewachsene Elefanten leben im Camp „Mae Sapok“, außerdem fünf Jungtiere, die hier auch geboren wurden. Die inzwischen 50jährige Elefantenkuh „Mae Gaeo“ gehört Förster selbst. Die anderen Tiere sind gemietet. Der „Elefantenflüsterer“: „Unsere Tiere sind halbwild – nachts sind sie im Wald, suchen sich ihre Nahrung, am Tage müssen wir zufüttern.“
Etwa 25 Euro Unterhalt kostet ein „Dumbo“ am Tag, verputzt er doch bis zu 200 Kilo Grünzeug, säuft 100 Liter Wasser. Während in anderen Farmen die Jungtiere früh von den Eltern getrennt, werden, bleiben sie in Försters Camps mindestens vier Jahre bei der Mutter. „Die Tiere fühlen sich bei uns richtig wohl“, sagt Bodo Förster stolz.
Bodo Försters sanftes Tourismus-Rezept ging auf. Seine Gäste kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und aus Australien. Was lernen sie in der Elefanten-Fahrschule? „In den ersten Tagen ist es wichtig, dass der Dickhäuter sich an die neue Stimme gewöhnt. Der Gast muss viel und laut mit dem Tier sprechen“, erklärt Bodo Förster.
„Elefanten sind uns Menschen sehr ähnlich“
Auf dem Stundenplan stehen auch: Aufschnallen des Sitzkorbes, Lenken, Führen, Wenden auf engstem Raum, Baumstämme-Stapeln, Baden und Waschen des Elefanten im Fluss, Auch die Kommandos muss man pauken: „Ma pe“ heißt zum Beispiel „komm mit!“, „Kwe-Kwe“ bedeutet „zurück!“
Für die meisten Elefanten-Freaks ist vor allem das Verhalten der grauen Riesen eine Überraschung. „Elefanten sind zwar keine Menschen, aber sie sind ihnen manchmal sehr ähnlich“, sagt Bodo Förster mit einem Schmunzeln. „Sie können hysterisch sein, melancholisch, schlecht gelaunt, stur, faul oder albern.“ Und: Elefanten denken ständig ans Essen und lieben Süßes! „Wer mit den Elefanten arbeitet, arbeitet selbst am meisten“, so der Experte. Und das ist spätestens nach 14 Tagen auch den Camp-Touristen klar, wenn sie ihren „Elefanten-Führerschein“ als Urkunde bekommen.
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LANDESWELLE THÜRINGEN
zum Blog der Autorin mit Ton-Mittschnitt des Interviews mit Bodo Jens Förster
Der Elefanten-Führerschein
von Amelie Urbanszyk
Ich selbst habe ja nur den Führerschein der Fahrzeugklasse B. Wie wäre es denn noch mit dem Elefantenführerschein. Und kaum zu glauben: Die Möglichkeit besteht sogar! Bodo Förster ist 2001 ausgewandert. Der gebürtige Thüringer nennt Thailand seine neue Heimat. Dort begrüßt er Touristen und bringt ihnen das Elefantenreiten bei. Aktuell ist er auf Heimatbesuch. Grund genug ihn einfach mal anzurufen. Und natürlich brannte mir eine Frage unter den Nägeln: Fühlt man sich nicht einsam, so allein am anderen Ende der Welt? Im Gespräch mit Herrn Förster konnte ich sehr schnell feststellen, dass er genau weiß wie sich Elefanten verhalten, geschweige denn wie man mit Elefanten artgerecht umgeht.
SPIEGEL-ONLINE
zum Original-Artikel (mit Fotos)
Der Elefantenflüsterer
Von Thilo Thielke, Mae Sapok
Im Norden Thailands erfüllt sich ein Tierpfleger aus Thüringen seinen Traum: ein Leben unter Elefanten. Mittlerweile hat Bodo Förster eine ganze Herde beisammen und bildet Tierfans ganz in der Nähe der Touristenhochburg Chiang Mai zu Mahouts aus.
Ach, Elephas maximus! Was waren das noch für Zeiten, gerade einmal etwas mehr als einhundert Jahre ist es her, als Ernst von Hesse-Wartegg, der Reisende aus dem Abendland, beeindruckt notieren konnte, "die ausgedehnten Urwälder und Dschungel am Menamstrom und seinen Nebenflüssen" wimmelten "von Elefanten, die in Herden bis zu mehreren Hunderten vorkommen", "neben den größten, mit gewaltigen Stoßzähnen bewaffneten grauen Elefanten" will der österreichische Reiseschriftsteller sogar "die berühmten weißen Elefanten" erblickt habe.Er habe "kolossale Tiere" erspäht, berichtete der Geheime Hofrat 1899, schwärmte von "wilden Dickhäutern" und "königlichen Elefanten" und freute sich, wie gut es ihnen im Vergleich zu den Brüdern und Schwestern in Ostafrika oder Indien gehe - "weil die Buddhisten nicht nur das Leben der Elefanten, sondern überhaupt aller Tiere heilig halten". Rund 100.000 "kolossale Tiere" sollen damals Siam bevölkert haben, ein Land, das gerne "Reich des weißen Elefanten genannt wurde". Und heute? Bonjour Tristesse! Weniger als dreitausend der "gewaltigen Tiere" sollen in Thailand noch in freier Wildbahn unterwegs sein und ungefähr genauso viele in Gefangenschaft: geknechtet, vermarktet, ausgebeutet. Eine geschundene Kreatur, die unter dem Gejohle aufgekratzter Touristen gegen Fußbälle treten und zu ohrenbetäubender Musik herumhampeln muss, schwitzende Fremdlinge durch die Gegend schleppt oder als Bettelelefant traurig übers Großstadtpflaster trottet. Kein Wunder, dass die Elefantenpopulation jedes Jahr um drei Prozent sinkt. In 14 Jahren, so die Prognose, gibt es in Thailand keine dieser stolzen Tiere mehr.
Elefantenführerschein als Marketinggag
"Das muss nicht sein", sagt Bodo Förster, 47. Der Deutsche ist in Thailand so etwas wie der Elefantenflüsterer, er lebt seit 2001 im Land, in einem Ort namens Mae Sapok, irgendwo im Norden, eine Autostunde von Chiang Mai entfernt; "am Ende der Welt", wie er sagt. Förster jedenfalls freut sich regelmäßig über Elefantennachwuchs, über "Kälber ohne Ende". Sieben Babyelefanten hat er schon in seiner Herde, das achte kommt bald. Daneben kümmert er sich um neun ausgewachsene Tiere. "Verwirklichung eines Traums" nennt er das, und Menschen wie sich nennt er "Elefantenleute". Förster hat sich sein kleines Paradies geschaffen. Mitten im Wald, neben einem romantischen Wildbach, in den ein Wasserfall hinunterstürzt, errichtete er eines seiner beiden Elefantencamps. Hier leben die Mahouts, die Elefantenboys, und die Tiere können durch das Dickicht streifen. Und ein paar Kilometer entfernt steht Försters Lodge mit ihren drei Gästezimmern. Da bereitet Förster (Sandalen, blaue Schlabberhose, Pferdeschwanz und weißes T-Shirt) seine Touristen auf ihre heikle Mission vor. Die Fremden, die meisten aus Deutschland, sollen bei Bodo Förster nämlich den Umgang mit den Rüsseltieren lernen. Tagsüber dürfen sie die Elefanten reiten, füttern, streicheln, führen, was des Tierliebhabers Herz begehrt - bis die zähesten unter ihnen dann den "Elefantenführerschein" mitnehmen dürfen. Der "Elefantenführerschein" ist Försters Marketinggag. Man bekommt ihn, wenn man das 14-Tage-Spezialprogramm mitmacht, es kostet 1650 Euro pro Person.
Försters Konzept, Tourismus mit Tierschutz zu verbinden, funktioniert hervorragend. Offensichtlich fühlt sich nicht nur "das Viehzeug" (Förster) wohl, auch die Gäste kommen wieder. 600 wissbegierige Gäste hat er bereits durch seine Camps geschleust. 20 Prozent seien Wiederholungstäter, sagt der Unternehmer ("Elephant Special Tours"), Arbeitgeber von mittlerweile 30 Mitarbeitern. Für den Dezember hat sich sogar eine 85-jährige Dame angekündigt. "Elefantenleute sind eben verrückt", sagt Förster und schließt sich selbstredend mit ein. Schließlich frönt er seiner Obsession seit mittlerweile bald 25 Jahren.
Emigration ins Land der Rüsseltiere
Alles begann 1985. Förster war damals 23, ein "angry young man", wie er selbst sagt, aber unglücklicherweise lebte er in einem Land, das sich im Würgegriff älterer Herren befand, die Polyesterhemden trugen und graue Anzüge und überhaupt keinen Sinn für zornige junge Männer hatten. Zwischen Bodo und der DDR bahnte sich ein ernstzunehmender Konflikt an, und wenn sich nicht ein wohlmeinender Freund eingeschaltet hätte, wäre es wohl übel ausgegangen für den Elefantenflüsterer in spe - für Bodo Förster aus Saalfeld in Thüringen. Der Freund riet zu einer Lehre im Tierpark Friedrichsfelde in Ostberlin. Zur Emigration ins Land der Rüsseltiere. Abtauchen zwischen den grauen Riesen, Demut lernen, Gelassenheit üben. Für jemanden, der neben einem Vertreter aus der Familie der Elephantidae steht, bis zu drei Meter hoch und fünf Tonnen schwer, wird auch das Politbüro ganz klein - so das Kalkül. Und so kam es auch. "Bodo wurde zahm im Zoo", sagt Förster. Und er wurde ein Elefantenfreak. Neun Jahre diente Bodo Förster in Friedrichsfelde den Elefanten. In der Zwischenzeit fiel die Mauer, der Genosse Erich Honecker türmte nach Chile, in den Supermärkten gab es Bananen satt. Und Förster machte sich auf den Trip nach Fernost, nach Thailand und Burma, Laos und Vietnam, das Handwerk der Mahouts zu erlernen, jener legendären Elefantenführer, die die Kunst beherrschen, die tonnenschweren Tiere nach Belieben zu lenken. Das wollte Förster auch. Und was sprach noch dagegen? Er konnte reisen, er war jetzt frei, es gab keine Grenzen, keine Hindernisse mehr auf dem Weg zur Erfüllung des großen Traums.
In Lampang, im Norden Thailands, ließ sich der Tierpfleger zum Mahout ausbilden. Und das just zu einer Zeit, da in Thailand eine jahrhundertealte Tradition zu Ende ging. Mit dem Verbot des Holzeinschlags Ende der achtziger Jahre, wurden auch die Arbeitselefanten überflüssig. Aus einer würdevollen Kreatur, die für schwere Arbeit benötigt und dementsprechend gepflegt wurde, wurde ein Zirkustier.
Es begann mit einer Kuh
Förster wurde Zeuge vom Niedergang des asiatischen Elefanten. Und da fasste er einen Entschluss. Er wollte in Thailand bleiben und seine eigene Elefantenlodge aufbauen. Er wollte den Menschen den Respekt vor dem Elefanten beibringen. Er wollte den Elefanten ein würdevolles Leben ermöglichen. Und natürlich wollte er auch von etwas leben. Mit einem thailändischen Kompagnon baute er seine eigene Firma auf, Startkapital 5000 Euro. Irgendwann kaufte er seinen ersten eigenen Elefanten, die mittlerweile 50-jährige Kuh Mae Gaeo, und mietete einige andere Tiere mitsamt ihren Mahouts dazu. Dann kamen die ersten Kälber. Aus einem Camp wurden zwei. Gerade hat sich Förster seinen zweiten eigenen Elefanten zugelegt. Er sitzt jetzt inmitten einer ganzen Herde am nahen Wasserfall. Die Tiere prusten und tröten und spritzen mit Wasser, dass es eine rechte Freude ist.
Förster sieht glücklich aus. Er sagt: "Das hier ist mein Traum. "
RADIO HR3
zum Original-Artikel (mit Interview und Fotos)
Der etwas andere Führerschein
Führerscheine für Autos, Motorräder und sogar LKW kann jeder machen - aber einen Führerschein für Elefanten nicht! Warum Bianca Horna aus Bad Homburg trotzdem einen hat, das hat sie in "hr3 - pop&weck" erzählt...
Würden Sie vermuten, dass ausgerechnet in Bad Homburg jemand einen Elefantenführerschein hat? Vermutlich nicht. Bianca Horna hat trotzdem einen und den hat sie natürlich nicht in Bad Homburg gemacht: Um ab sofort mit einem Elefanten zum Einkaufen "fahren" zu dürfen, musste Bianca nach Thailand reisen, wo auch normale Touristen im Rahmen eines 14-tägigen Kurses beigebracht bekommen, wie man einen ausgewachsenen Elefanten mit den Füßen oder einem Stock mit einem stumpfen Haken durch die Gegend manövriert. Natürlich bekommt man dazu vor Ort ein "Fahrzeug" gestellt: Im Falle von Bianca hieß ihr "Übungsgerät" "Mae Geo" und war eine 22-jährige Elefantenkuh.
Bevor Bianca mit Mae Geo durch Thailand reisen durfte, musste sich das Tier erstmal an Biancas Stimme gewöhnen. Was man dem Tier dabei erzählt ist ziemlich egal, solange es die Stimme hört. Ein Elefant stört sich also nicht daran, wenn man über etwas so banales wie das Wetter redet. Nach dem Kennenlernen ging es dann aber gleich ans Eingemachte: Ab auf den Elefanten und losgeritten. Eine Anschnallpflicht gibt es übrigens nicht, stattdessen kann man sich an einem Gurt festhalten. Und auch der Fahrkomfort kann nicht mit einem durchschnittlichen PKW mithalten: Der Fahrer sitzt im Nacken des Elefanten und wird gerne mal ordentlich durchgeschüttelt. Aber haben Sie schonmal versucht, Ihr Auto mit Handzeichen dazu zu bringen um eine Kurve zu fahren oder es mit einem Stück Bambus dazu zu bringen sich vorwärts zu bewegen? Da ist der Elefantenfahrer klar im Vorteil!
Wieso man als Elefantenfahrer kein Deo benutzen sollte, ob man auch mit einem Elefanten rückwärts einparken kann und wie so eine Fahrprüfung beim Elefantenführerschein aussieht, das erfahren Sie links in unserem Audio, denn Bianca war in "hr3 - pop&weck" zu Gast und hat Tobi und Nathalie all diese Fragen und noch viele mehr beantwortet.
HR3 vom 07.10.2009
SPIEGEL-ONLINE & FOCUS-ONLINE
zum Original-Artikel (mit Fotos):
SPIEGEL ONLINE
FOCUS ONLINE
Im Camp zum Elefantenführerschein
Ein Fan von Elefanten ist Bianca Horna schon lange, jetzt hat die hessische Unternehmensberaterin bei einem Kurs in Thailand den Dickhäuter-Führerschein gemacht. In besonderen Camps lernen Touristen, auf Elefanten zu reiten und mit ihnen richtig umzugehen.
Chiang Mai - "Kwe, kwe!" - "Zurück!" Mit diesem Ruf und mit Fußsteuerung von ihrem Sitzkorb aus versucht Bianca Horna, den Dickhäuter von der Bambusstaude wegzulocken und zum Weitertrotten zu ermuntern. Die Frankfurter Unternehmensberaterin und die thailändische Elefantendame - sie scheinen sich gut zu verstehen. "Mae Geo 3", 22 Jahre alt und etwa im 19. Monat schwanger, schiebt sich noch sachte eine Bambusstange samt Blättern ins Maul und wackelt mit den Ohren. Dann setzt sie sich nach einem lauten "Hu, hu!" - "Vorwärts!" wieder gemächlich in Bewegung.
Bianca Horna wohnt in Bad Homburg und arbeitet im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen bei einer Management-Beratung. Heute hat die Urlauberin den letzten Reit- und Ausbildungstag ihres 14-tägigen Kurses im Elefanten-Camp von Mae Sapok. Das Dorf liegt im Norden Thailands in den Bergen, eine Autostunde von Chiang Mai entfernt.
Der Mahout von "Mae Geo" und Betreuer von Bianca ist Doe, 25. Einen solchen Führer hat jeder der acht Elefanten in den zwei Camps am Dschungelrand. Die Mahouts sind rund um die Uhr bei den Tieren und schlafen neben ihnen im Wald. Für die Ausbildung der von Bianca Horna ist Dieter Schramm aus Innsbruck verantwortlich. Der 47-Jährige leitet das kleinere der beiden Camps von Elephant Special Tours.
Um Chiang Mai gibt es viele Elefantencamps, meist für Tagestouristen, die ein paar Fotos machen, eine Stunde reiten und dann Adieu sagen. In Schramms Camp stehen Lernen und Erleben bis zum "Elefantenführerschein" im Vordergrund. Es geht nicht nur um Elefanten, sondern auch die Balance der fragilen Natur sowie Traditionen, Anbau und Leben der Bergvölker wie Karen und Hmong. "Und auch die Elefanten lernen, vor allem "Mae Geo 3", sagt Horna. "Am ersten Tag musste ich mich meinem Tier mit dem Mahout sehr langsam nähern, viel reden, damit die Elefanten meinen Geruch und meine Stimme kennenlernen."
Dicke Haut, aber empfindliche Ohren und Augen
Der Thüringer Bodo Förster, 46, und der Thailänder Mahn Tsetung haben das Unternehmen aufgebaut, sind auch die Inhaber. Förster war lange Zeit Elefantenpfleger im Tierpark Friedrichsfelde in Ost-Berlin. Wie Förster ist auch die Touristin aus Hessen schon sehr lange eingefleischte Fans der massigen Tiere; bei Bianca Horna sind sie aus Porzellan und Stoff in der Homburger Wohnung. Doch nach einem ersten Elefantenritt 2004 im Süden Thailands und dem Kursus 2009 zählt sie inzwischen zu den Experten unter Touristen.
Horna steigt nun ohne menschliche Hilfe über Schädel und Nacken auf den Elefanten. Die schwere Dame beugt sich und gibt so gekonnt Hilfestellung. Der Ritt führt abwärts durch Schlamm und über große Kiesel in einen kleinen Fluss. Die Deutsche reitet jetzt ohne Korb, sitzt auf dem Nacken von "Mae Geo". Das Stöckchen mit stumpfen Haken zum Antreiben setzt sie möglichst behutsam ein. Die Tiere haben eine dicke Haut und Schädeldecke, aber Ohren und Augenpartie sind sehr empfindlich.
"Mae Geo" liegt nun im flachen Flüsschen, bekommt noch ein paar Eimer voller Wasser über ihren Körper geschüttet. "Nur ein Mal bin ich richtig nass geworden. Da wollte ich im Fluss dem Tier beim Absteigen nicht auf den Bauch treten", erzählt die Touristin. Ihr Mahout klärte sie dann auch, dass auch schwangere Elefantendamen sehr robust sind.
"Von Frankfurt fliege ich gern in ferne Länder. Nach Mallorca kann ich immer noch, wenn ich älter und nicht mehr so fit bin", sagt Horna. "In diesen zwei Wochen habe ich mir einen Traum erfüllt." Sie ist gerührt, als ihr Schramm die Kursurkunde überreicht. Die Mahouts klatschen, und Doe ist stolz auf seine Schülerin.
Von Bernd Kubisch, dpa
SPIEGEL-ONLINE vom 04.10.2009
FOCUS-ONLINE vom 06.10.2009
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